Montag, 7. März 2011

Email an den ADAC: Stoppt den Irsinn E10

Ich bin seit 1994 ADAC-Mitglied und habe heute folgende Email an den ADAC geschrieben:

Betreff: Biotreibstoff E10.
Weil zur Erzeugung von Bioethanol riesige landwirtschaftliche Flächen verbraucht werden, stellt das Londoner Institut für europäische Umweltpolitik (IEEP) den Sinn von Biosprit in Frage. Bis 2020 müssten für dessen Erzeugung global bis zu 69 000 Quadratkilometer Ackerland für den Anbau der Ausgangsmaterialien kultiviert werden, eine doppelt so große Fläche wie Belgien.
Dieses wird zu erheblichen Preissteigerungen bei Lebensmitteln führen und in vielen Ländern zu mehr Hungertoten führen.
Um ein Liter Bioethanol zu produzieren, würden 4.000 Liter Wasser benötigt, sagt der Nestlé-Chef Peter Brabeck-Lethmate und sieht in den steigenden Lebensmittelpreisen die perverse Folge von hohen Biotreibstoff-Subventionen, wie die „FAZ“ schreibt.
Bitte unternehmen Sie als ADAC alles, diesen Irrsinn zu stoppen. Die dadurch entstehenden Kosten
sollten die Politiker übernehmen, die für E10 gestimmt haben.
Übrigens gibt uns Autofahrern kein Hersteller schriftlich die Garantie, Schäden am Auto zu übernehmen.
MfG

Ins Auto sichtbar legen!!


Lest auch beim Bürgerrechtler:
 In Brasilien rühmt man sich des E100, also 100% Ethanoltreibstoff. Ein Artikel "

Jetzt soll das Pferd mit Zucker laufen"von 1981 im Spiegel beschreibt die Einführung des Zuckerrübentreibstoffes und seine Auswirkungen:

"Das eigentliche brasilianische Wirtschaftswunder" nannte VW-Chef Sauer das Alkoholauto. Doch dieses, so meinen Kritiker, könne sich Brasilien eigentlich gar nicht leisten. Denn die Folgen des Proalcool-Planes treffen gerade die 100 Millionen armer und ärmster Brasilianer:
* Rund 200 gigantische Zuckerrohrplantagen und Fabriken verdrängen den Anbau von Lebensmitteln wie Reis, Mais und Bohnen.
* Tausende von Kleinbauern und Pächtern werden durch die Großfarmen verdrängt und entwurzelt.
* Die Zuckeralkoholindustrie gehört zu den größten und rücksichtslosesten Umweltzerstörern Brasiliens.
Schon haben die Bosse der wuchernden Zuckerfazenden andere Kulturen zerstört, ließen sie Kaffeesträucher ausreißen, Bohnen zerstampfen, Vieh vertreiben, immer auf besten Böden.
"Für jeden Liter Alkohol gibt's ein Kilo weniger Reis oder Bohnen für die armen Leute", lautet die einfache Rechnung des Wirtschaftsexperten Fernando Homem de Melo. "Ein Verbrechen, Millionen Hektar guten Bodens für die Ernährung der Autos zu bepflanzen, wenn zwei Drittel der Bevölkerung unterernährt sind", so der deutschstämmige Ökologe und Ingenieur Jose Lutzenberger.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14327378.html


Weitere Informationen zu E10:


Will Deutschland die EU-Vorgaben mit eigens angebauter Biomasse erreichen, müsste man 27 Prozent der gesamten deutschen Ackerfläche dafür bereitstellen, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) errechnet. Derzeit sind es fünf Prozent.
…..
Außerdem ist der Anbau von Energiepflanzen laut BUND alles andere als umweltfreundlich – vor allem wird viel Stickstoffdünger eingesetzt, was zu erhöhten Lachgas- und Methanwerten in der Atmosphäre führt. Diese Gase seien für das Klima sogar schädlicher als Kohlenstoffdioxid. Würde man allerdings weniger Stickstoffdünger einsetzen, ginge der Ertrag zurück. Dann wiederum bräuchte man mehr Anbaufläche, um den Ertragsverlust auszugleichen.
Wenn die USA dieses Jahr 138 Mio. Tonnen Mais nur für Biotreibstoff verwenden, fehlt diese Menge für die Lebensmittelproduktion und verschärft den Kampf um den Boden. Das führt dazu, dass nicht nur der Preis für Mais in die Höhe geht, sondern auch jener für Soja und Weizen. Landwirtschaftlicher Boden wird zum knappen Gut. Ebenso Wasser, das uns auszugehen droht. Um 1 Liter Bioethanol zu produzieren, brauchen Sie 4000 Liter Wasser! Wasser ist das grössere Problem als der CO 2 -Ausstoss. Wir zapfen heute schon nicht nur die erneuerbaren, sondern auch die fossilen Wasservorräte an.
…..
Deshalb ist es unverantwortlich und moralisch inakzeptabel, dass man enorme Subventionen zahlt, um aus Lebensmitteln Biotreibstoff zu machen. Wenn man 20% des steigenden Erdölbedarfs mit Biotreibstoffen decken will, wie das geplant ist, dann gibt's nichts mehr zu essen. Das ist politischer Wahnsinn.
„NZZ“: Subventionierte Verschwendungssucht: 4.000 Liter Wasser für 1 Liter Bioethanol

 

Überwiegend aus Weizen und Zuckerrüben gewonnen
Woher kommt das Ethanol? Es wird in Deutschland überwiegend aus Weizen und Zuckerrüben gewonnen, in Brasilien aus Zuckerrohr und in den Vereinigten Staaten aus Mais. Weil zur Erzeugung von Bioethanol riesige landwirtschaftliche Flächen verbraucht werden, stellt das Londoner Institut für europäische Umweltpolitik (IEEP) den Sinn von Biosprit in Frage. Bis 2020 müssten für dessen Erzeugung global bis zu 69 000 Quadratkilometer Ackerland für den Anbau der Ausgangsmaterialien kultiviert werden, eine doppelt so große Fläche wie Belgien. Allein dadurch, so die IEEP-Studie, würden 56 Millionen Tonnen Kohlendioxid zusätzlich erzeugt. Das ist deutlich mehr, als das Tanken von Biosprit einsparen würde. Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) wirft dem IEEP vor, die Studie sei wissenschaftlich nicht belegbar und von Umweltschutzorganisationen bezahlt, die den Einsatz von Biokraftstoffen grundsätzlich ablehnen.

Wie wirkt sich der Bioethanolzusatz aus? Das neue Biobenzin soll mindestens 35 Prozent CO2 einsparen, was von vielen Wissenschaftlern bezweifelt wird. Sie verweisen darauf, dass beträchtliche Mengen an externer Energie für Transport und Vertrieb benötigt werden und wegen der geringeren Energiedichte von Ethanol der Kraftstoffverbrauch – und damit die CO2-Emissionen – steigen. Völlig ungeklärt ist derzeit noch, wie sich die veränderte Beimischung auf die chemische Zusammensetzung der Abgase auswirkt. So berichtete das ARD-Magazin „Fakt“ am 6. Dezember, dass Wissenschaftler hochgiftige Verbindungen wie Blausäure und Ozon gefunden hätten. Auf eine Stellungnahme des Bundesumweltministeriums hoffte die Fakt-Redaktion vergebens.


Besonders Bauteile aus Aluminium können bereits nach einmaligem Tanken in Mitleidenschaft gezogen werden, wobei die Schäden fortschreitend sind.“ Der ZDK warnt: „Wegen der korrosiven Wirkung von Bioethanol muss an Ventilen und Ventilsitzringen mit erhöhtem Verschleiß gerechnet werden. Reines Bioethanol kann aus Gummi und Kunststoffen, zum Beispiel PVC, die Weichmacher herauslösen, wodurch die betreffenden Bauteile undicht und spröde
http://www.faz.net/s/Rub1DABC609A05048D997A5F315BF55A001/Doc~E2467F63BB37E469A8B88CD41F374C0CE~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Ins Auto sichtbar legen!!

3 Kommentare:

Bürgerrechtler hat gesagt…

Gut gemacht! So ein Brief werde ich als langjähriges ADAC Mitglied auch schreiben.
Einen Artikel zu dem Thema hatte ich gestern bereits verfasst. "Zwei Dumme, ein Gedanke" Schön!

Liebe Grüße

Micha

www.buergerrechtler-micha.blogspot.com

Don Quijote hat gesagt…

also ich hab das gestern auch gleich so kopiert (dein einverständnis vorausgesetzt) und direkt an den ADAC-Präsidenten Peter Meyer adressiert (peter.meyer@adac.de hat funktioniert). Heut vormittag kam von einem Referenten die Bitte doch meine komplette Postadresse mitzuteilen, damit Herr Meyer mir per Brief antworten kann. Ich hätte doch sicher Verständnis dafür, dass der ADAC Präsident und die Mitglieder des Präsidiums ausschliesslich per Brief antworten.
Das hab ich nun gemacht. Mal sehen was er antwortet.
Auf alle Fälle eine super Idee !

small is beautiful hat gesagt…

Don Quijote

bitte Antwort ADAC veröffentlichen, evtl. per Email auch an mich (siehe unter Kontakt)